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Solo-EntwicklungALC-O Area Map – Digitale Arealnavigation für das VBS
Für einen Standort des VBS entwickelte ich eine webbasierte, mobile-first Arealnavigation, mit der sich Besucher und Mitarbeitende auf einem komplexen Industrie- und Logistikareal schnell orientieren können.
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„Die Herausforderung war nicht, eine Karte anzuzeigen – sondern aus einem komplexen Areal eine Navigation zu machen, die ohne Erklärung verstanden wird.“
Die Anwendung verbindet eine georeferenzierte Satellitenkarte mit Gebäuden, Zielen und definierten Routen. Nutzer können einen gewünschten Ort auswählen und sich direkt dorthin navigieren lassen – zu Fuss oder mit dem Fahrzeug.
Die Lösung wurde später als Version 2 umfassend weiterentwickelt. Dazu gehören eine dreisprachige Benutzeroberfläche in Deutsch, Französisch und Italienisch, ein kontextbezogenes Willkommensfenster, Live-Navigation mit aktueller Position und Richtung sowie ein vollständig überarbeiteter Administrationsbereich.
Anforderungserhebung
Zu Beginn analysierte ich gemeinsam mit den beteiligten Personen die realen Abläufe auf dem Gelände.
Dabei ging es unter anderem um Fragen wie:
- Welche Gebäude und Orte müssen gefunden werden?
- Welche Ziele werden besonders häufig gesucht?
- Welche Wege dürfen Fahrzeuge benutzen?
- Welche Wege sind nur für Fussgänger geeignet?
- Wo befinden sich sinnvolle Startpunkte?
- Welche Informationen benötigen externe Besucher?
- Wie kann der Inhalt später ohne Entwickler gepflegt werden?
Gerade der letzte Punkt beeinflusste die Architektur stark.
Eine statisch programmierte Karte wäre zwar einfacher umzusetzen gewesen, hätte aber bei jeder Änderung einen neuen Software-Release benötigt.
Deshalb entwickelte ich die Lösung von Anfang an so weiter, dass die Kartendaten administrierbar werden.
Prototyping und UX
Eine der grössten Herausforderungen war die mobile Bedienung.
Ein Nutzer steht auf dem Gelände, hält sein Smartphone in der Hand und möchte möglichst schnell wissen:
Wo bin ich? Wo muss ich hin?
Die Oberfläche wurde deshalb bewusst reduziert.
Die Karte bildet den Mittelpunkt der Anwendung. Darüber liegen nur diejenigen Informationen und Bedienelemente, die für die aktuelle Situation relevant sind.
In der überarbeiteten Version wurde dieser Ansatz nochmals verstärkt.
Beim Öffnen erhält der Nutzer zunächst häufig verwendete Ziele und wichtige Informationen. Danach kann direkt zur Navigation gewechselt werden.
Während der Navigation reduziert sich die Oberfläche wiederum auf die wesentlichen Informationen:
Ziel, Richtung, Distanz und verbleibende Dauer.
Karten- und Geodaten
Eine besondere technische Herausforderung war die Verbindung zwischen der visuellen Darstellung des Areals und realen geografischen Positionen.
Gebäude, Zielpunkte und Routen müssen exakt auf der Karte positioniert werden.
Dafür implementierte ich eine Georeferenzierung, durch welche Kartenkoordinaten mit tatsächlichen geografischen Positionen verknüpft werden können.
Dadurch kann der Standort des Smartphones auf die interne Arealkarte übertragen und für die Navigation verwendet werden.
Live-Navigation
Die zweite Version führte eine deutlich stärkere Navigation ein.
Der aktuelle Standort des Nutzers wird auf der Karte dargestellt und während der Bewegung aktualisiert.
Die Navigation zeigt unter anderem:
- aktuelle Position
- Zielposition
- berechnete Route
- verbleibende Distanz
- geschätzte Dauer
- Bewegungsrichtung
Besonders wichtig war dabei die Richtungsanzeige.
Der Navigationspfeil orientiert sich an der aktuellen Ausrichtung des Smartphones. Dadurch erkennt der Nutzer intuitiv, in welche Richtung er sich bewegen muss.
Das klingt zunächst nach einem kleinen UX-Detail – verändert aber die Nutzbarkeit der Anwendung erheblich.
Fuss- und Fahrzeugnavigation
Nicht jede Route auf einem Areal funktioniert für jeden Verkehrstyp.
Deshalb unterstützt die Anwendung unterschiedliche Routen für:
Fussgänger und Fahrzeuge.
Je nach Auswahl können unterschiedliche Wege berücksichtigt und die passende Route berechnet werden.
Zusätzlich werden Distanz und erwartete Dauer angezeigt.
Damit wurde aus einer einfachen Standortkarte ein echtes internes Navigationssystem.
Mehrsprachigkeit
Da die Lösung in einem schweizerischen Umfeld eingesetzt wird, wurde die Anwendung vollständig auf mehrere Sprachen ausgelegt.
Aktuell stehen zur Verfügung:
Deutsch · Französisch · Italienisch
Die Sprache kann direkt innerhalb der Kartenansicht gewechselt werden.
Dabei wurde die Internationalisierung nicht nur auf einzelne Texte beschränkt, sondern als Bestandteil der Anwendungskonzeption berücksichtigt.
Administrationsbereich
Ein wesentlicher Bestandteil der zweiten Version war ein komplett neuer Administrationsbereich.
Mein Ziel war es, die Pflege der Karte weitgehend von der Softwareentwicklung zu entkoppeln.
Administratoren können dadurch Inhalte direkt selbst bearbeiten.
Gebäudeeditor
Gebäude können direkt innerhalb der Karte eingezeichnet und bearbeitet werden.
Dadurch lassen sich neue Gebäude oder Änderungen am Gelände erfassen, ohne die Geometrien manuell im Quellcode hinterlegen zu müssen.
Routeneditor
Auch Wege und Navigationsrouten können direkt auf der Karte definiert werden.
Damit kann das interne Wegenetz angepasst werden, wenn sich beispielsweise Zufahrten, Wegführungen oder nutzbare Strecken verändern.
Georeferenzierung
Der Administrationsbereich ermöglicht die Zuordnung zwischen der grafischen Karte und realen geografischen Koordinaten.
Dadurch bleibt die Kartenansicht mit GPS-Positionen kompatibel.
Benutzerverwaltung
Administrative Funktionen werden über eine Benutzerverwaltung abgesichert.
Dadurch können Berechtigungen für die Pflege der Anwendung zentral verwaltet werden.
Aufrufstatistik
Zusätzlich integrierte ich Statistiken zur Nutzung der Anwendung.
Damit kann nachvollzogen werden, wie häufig die Karte verwendet wird und welche Bereiche beziehungsweise Funktionen besonders relevant sind.
Mein Impact
Bei diesem Projekt lag mein Beitrag nicht nur in der Entwicklung einzelner Komponenten.
Ich verantwortete grosse Teile der Lösung End-to-End.
Dazu gehörten:
Requirements Engineering → Produktkonzeption → Prototyping → UX/UI → Architektur → Implementierung → Testing → Deployment → Weiterentwicklung
Besonders wertvoll war für mich die Verbindung unterschiedlicher Disziplinen.
Das Projekt kombiniert klassische Webentwicklung mit:
Geodaten, GPS, Kartenvisualisierung, Routing, Mobile UX und Administrationswerkzeugen.